Logo de la plateforme dolceta

Nachhaltiger Konsum

Sie befinden sich hier: Einführung

   Datum der juristischen Überprüfung: 4/3/2011

Fortsetzung Einführung...

Nachhaltigkeit: Der Zusammenhang Ökonomie-Gesellschaft-Umwelt

Ökonomische Nachhaltigkeit

Die ökonomische Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur das Mehren an Reichtum auf nationaler oder individueller Ebene. Obwohl Bruttosozialprodukt, Wechselkurse, Inflation und Profit Teile eines Ganzen sind, geht ökonomische Nachhaltigkeit weiter und bezieht Produktion, Vertrieb und Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen mit ein. Sie thematisiert den Raubbau an endlichen Rohstoffen, die globalen Grenzen des wirtschaftlichen Wachstums und geeignete Strategien zur Kostenverteilung von Umweltverschmutzung und anderen negativen Auswirkungen, die von der gesamten menschlichen Bevölkerung zu tragen sind. Der Handel mit Gütern und Dienstleistungen hat signifikante Auswirkungen auf unsere Umwelt, da diese letztlich unsere Quelle an Rohstoffen darstellt und gleichsam Lagerstätte für produzierte Güter und Abfallprodukte ist. Der wirtschaftliche Gewinn war in der Vergangenheit lange das Ziel einer nicht nachhaltigen Entwicklung. Egal, ob auf individueller, familiärer, kommunaler, industrieller, nationaler oder internationaler Ebene, ein Wandel hin zur Nachhaltigkeit wird nur eintreten, wenn gezeigt werden kann, dass er nicht extrem teuer oder nachteilbehaftet ist. Auf welcher Ebene auch immer, bei Entscheidungen und Wahlmöglichkeiten müssen jeweils kurzfristige und langfristige Auswirkungen berücksichtigt werden. Nach vollzogenem Wandel wird sich herausstellen, dass eine nachhaltige Entwicklung ökonomische Vorteile gegenüber derzeitigen Entwicklungsmustern bedeutet. Nicht nachhaltige Technologien scheinen manchmal weniger kostenintensiv zu sein als der nachhaltige Gegenentwurf, dabei spiegeln die Preise aber nicht die Kosten für Umwelt und Gesellschaft wider, welche durch deren Konzeption und Einsatz entstehen. Beispielsweise könnte die Nutzung eines bestimmten Fahrzeugs zum Transport von Rohstoffen die Verbreiterung einer bestimmten Zugangsstraße erfordern (Reduzierung des umgebenden Ökosystems), was wiederum viel Lärm mit sich bringt (Ruhestörung der Anwohner).

Definition nachhaltiger Entwicklung aus der Perspektive eines Ökonomen: „Die Pflicht uns so zu verhalten, dass wir der Zukunft die Option und die Fähigkeit belassen, so wohlhabend zu leben wie wir.“ Robert Solow (1993)

Auf nationaler und internationaler Ebene kristallisieren sich vielfältige gesetzliche und industrielle Initiativen heraus, um einen Kompromiss zwischen Naturkapital (Versorgung mit natürlichen Ressourcen und Vorgänge wie Schadstoffabbau durch Ökosysteme) und menschlichen Bedürfnissen und Ansprüchen zu finden. Diese großflächigen Initiativen verlangen Emissionsabgaben, damit die Verursacher von Umweltbelastungen für die Kosten aufkommen müssen und nicht die ganze Gesellschaft. Andere die Industrie betreffenden Initiativen konzentrieren sich auf Trinkwasser, schonende Produktionsprozesse und Abfallrückgewinnung. Je mehr die Verbraucher „grünere“, umweltkompatiblere Produkte und Dienstleistungen einfordern, desto weniger wird die ökonomische Dimension der Nachhaltigkeit als Auflage angesehen, sondern vielmehr als Anreiz zur innovativen Planung.

Gesellschaftliche Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur, dass der Mensch überleben kann: sie ermöglicht dem Menschen ein bestmögliches Leben. Auch wenn man oft hört, dass die heutige Generation den nachfolgenden die Werkzeuge und Ressourcen belassen muss, damit diese überleben und das Leben genießen kann (Gleichheit der Generationen), dürfen wir nicht die Lebensqualität der heutigen Menschheit ignorieren oder gar riskieren. Stattdessen müssen wir bestrebt sein, den Lebensstandard von Menschen zu heben, die heute ein Defizit in der Grundversorgung mit Trinkwasser, genug Nahrung, ausreichende Unterkunft, Schulbildung oder medizinischer Versorgung ertragen müssen. Ebenso müssen wir für Erhaltung und Stärkung von Kultur und Tradition der verschiedenen Nationen kämpfen.

Nachhaltigkeit der Umwelt

Nachhaltigkeit der Umwelt bezeichnet die Dimension der Nachhaltigkeit, die unseren natürlichen Lebensraum betrifft, also den Kontext, in dem all unser Handeln stattfindet. Alle dem Menschen zur Verfügung stehenden Ressourcen entstammen diesem Raum, und das Ökosystem unserer Erde dient gleichzeitig als Energiequelle für die Bearbeitung von Rohstoffen durch den Menschen, letztlich auch noch als Container oder ’Spüle’, welche die direkten oder indirekten Ergebnisse der Bearbeitungen nebst Rückständen aufnimmt. Der natürliche Lebensraum ist das physikalische Umfeld, in dem wir leben, und Nachhaltigkeit verlangt, dass wir uns der Grenzen dieses Umfelds bewusst sind. Die Menge der auf dem Planeten vorhandenen natürlichen Ressourcen ist nicht unbegrenzt. Einige dieser Ressourcen, etwa Bäume oder Tiere, sind erneuerbar solange wir eine genügend große Anzahl intakt oder leben lassen, um sich zu regenerieren und zu reproduzieren. Andere Ressourcen, etwa Mineralien, erneuern sich so langsam, dass wir bei einem kleinen Bedarf gleich den ganzen Vorrat abbauen. Wir müssen den Verbrauch aller Ressourcen minimieren, endlich wie erneuerbar. Die Nachhaltigkeit hängt auf lange Sicht vom Schutz der natürlichen Ressourcen und der Bewahrung der biologischen Vielfalt ab. Eine weitere Forderung bezüglich der Umweltnachhaltigkeit ist, menschliche Auswirkungen auf das globale Ökosystem zu minimieren, damit der Planet in einem guten Zustand bleibt. Ökosysteme können kleinere Eingriffe verkraften, so kann sich die Erde erholen. Allerdings können die Auswirkungen mit Quantität, Qualität oder beidem in Zusammenhang stehen. Beispielsweise kann ein Land scheinbar ausreichend Holz für zukünftige Generationen bereithalten; wenn die Wälder allerdings in Monokultur angelegt sind, also nur eine bestimmte Baumart wächst, dann kann eine Baumkrankheit den kompletten Bestand gefährden oder auslöschen. Der Schutz des Ökosystems bedeutet unter anderem Schutz vom Aussterben bedrohter Arten, Schutz der Meere, Flüsse, Seen, Feuchtgebiete und der biologischen Diversifizität im Allgemeinen.

Die Erde ist nicht unser Eigentum, wir kümmern uns nur um das Erbe unserer Enkel Afrikanisches Sprichwort

Vom moralischen Standpunkt aus bedeutet nachhaltiges Handeln das Streben nach Gleichbehandlung der lebenden Menschen wie der nachfolgenden Generationen. Während wir unsere Entscheidungen treffen, müssen wir deren Auswirkungen auf Menschen der Umgebung, des Landes und anderer Länder beachten; wir müssen bedenken, welche Bedeutung unsere Entscheidungen für die Lebensqualität unserer Nachfahren hat.

Suzanne Piscopo, August 2008

In dieser Lerneinheit

Fortsetzung Einführung...