Liberalisierung
In den letzten 20 Jahren kam es zu einer Liberalisierungswelle in verschiedensten Bereichen, so auch bei den Dienstleistungen von allgemeinem Interesse. Was war zuvor, was hat sich verändert? Näheres dazu erfahren Sie hier.
Wurden Dienstleistungen von allgemeinem Interesse vor der Marktöffnung noch von staatlichen Betrieben angeboten und standen sie unter staatlicher Kontrolle (Preisdiktat, Subventionierungen,…), so werden sie nunmehr von einer Vielzahl von privaten Unternehmen angepriesen.
Die Marktöffnung kann auf die Globalisierung und die Liberalisierungspolitik der Europäischen Union zurückgeführt werden.
Betroffen waren vor allem die Bereiche Telekommunikation, Postdienste, Verkehr und Energie.
Nicht in allen Sektoren griff die Liberalisierung gleich schnell um sich, sondern war teilweise von „natürlichen Monopolen“ beeinflusst, vor allem bei Angeboten von Leitungen und Nutzungsnetzen – gemeint sind etwa Straßen oder Scheinen.
Bei den Universaldienstleistungen wird die Liberalisierung von gewissen Auflagen und Einschränkungen begleitet, um ein Mindestangebot zu gewährleisten.
Die Liberalisierung bringt für die EndverbraucherInnen sowohl Vorteile als auch nachteilige Aspekte mit sich.
Vor der Liberalisierung brauchten sich die Menschen keine Gedanken zu machen, welche Leistung sie wählen sollten, da meist nur eine Dienstleistung von staatlicher Seite angeboten wurde.
Das wachsende Angebot an Anbietern bringt zwar eine größere Auswahl, verbunden mit steigender Qualität zu niedrigeren Preisen, zwingt aber die Menschen, sich besser zu informieren, sowohl vor, bei, als auch nach Geschäftsabschluss.
Auch für staatliche Autoritäten steigt der Verwaltungsaufwand durch einen gewachsenen Regulierungsbedarf der Unternehmen, die oft weniger die Qualität als schnellen Profit im Auge haben. Deshalb muss auch weiterhin dafür gesorgt werden, dass Unternehmen Ihre Leistungen in ländlichen Gebieten auch dann anbieten, wenn der Profit durch geringeren Absatz bei gleichzeitig höheren Fixkosten geschmälert ist.
Fehlentwicklungen im Wettbewerb können zu einem weiteren Nachteil für Konsumentinnen und Konsumenten führen, die sich dann höheren Preisen ausgesetzt sehen.