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Finanzielle Allgemeinbildung

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Geld

Dieses Merkblatt beinhaltet grundlegende Informationen über die Natur des Geldes. Nachdem der Begriff des Geldes erläutert wurde, wird auf die Funktionen und die internationale Verwendung von Geld eingegangen.


Geld

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Der Geldbegriff

In unserem täglichen Leben hat der Begriff des Geldes drei verschiedene Bedeutungen:

foto: aboutpixel.de - Andreas Morlok

  • Münzen und Papiergeld (Währung): „Ich habe immer viel Geld in meinem Sparschwein.“
  • Vermögen: „Mein Nachbar hat viel Geld!“
  • Einkommen: „In einer Bank zu arbeiten ist toll und man verdient dort eine Menge Geld!“

Wenn Ökonomen über Geld reden, dann haben sie eine ganz andere Bedeutung von Geld im Kopf. Sie sagen: „Geld ist alles, das allgemein für die Bezahlung von Gütern oder Dienstleistungen bzw. zur Rückzahlung von Schulden akzeptiert wird.“


Funktionen von Geld

Als Geldfunktionen bezeichnet man in der Volkswirtschaftslehre die verschiedenen Formen von Nutzen, die Geld stiften kann. Allgemein unterscheidet man zwischen den folgenden 3 Funktionen:

  • Zahlungsmittelfunktion
  • Wertmess- bzw. Recheneinheitsfunktion
  • Wertaufbewahrungsfunktion

Zahlungsmittelfunktion

Geld vereinfacht den Tausch von Gütern (Tauschmittel) und die Aufnahme und Tilgung von Schulden (Zahlungsmittel).

Foto: abouptixel.de - Janosch Prost Man stelle sich eine Wirtschaft ohne Geld – also eine Tauschwirtschaft – vor, in der alle Güter und Dienstleistungen direkt zwischen jedem Marktteilnehmer getauscht werden müssten. Ein solcher Austausch benötigt stets eine doppelte Übereinstimmung der Tauschwünsche der Geschäftspartner: beide müssen ein Gut oder eine Dienstleistung anbieten, das die/der andere braucht. Andernfalls kommt kein Geschäft zustande. Diese Methode des Tauschens erschwert den Handel immens und verursacht hohe Transaktionskosten. Aus diesem Grund wird bei den meisten Geschäften in modernen Volkswirtschaften Geld als Tauschmittel verwendet, um eben diese Transaktionskosten niedrig zu halten.

Um als Tauschmittel verwendet werden zu können, muss Geld folgende Eigenschaften haben: es muss genormt sein, weithin akzeptiert, teilbar, transportabel und wertbeständig.

Wertmess- bzw. Recheneinheitsfunktion

Geld ist die übliche Maßeinheit für die Wertschöpfung in einer Wirtschaft. Die Preise von Gütern und Dienstleistungen werden in der Regel nicht in Relation zu allen anderen Gütern und Dienstleistungen gesetzt, sondern zu einem einzelnen „Zählgut“ – und das ist Geld. Dies stellt einen enormen Informations- und Kostenvorteil gegenüber einer Tauschwirtschaft dar.

Wertaufbewahrungsfunktion

Die dritte Funktion des Geldes stellt seine Fähigkeit dar, seinen Wert dauerhaft zu bewahren. In Geld lässt sich das Versprechen eines Gegenwerts für andere Güter (Waren oder Dienstleistungen) speichern und zu späterer Zeit und an anderem Ort einlösen.

  • Menschen verwenden einen Teil ihres Einkommens für Konsum, den anderen Teil sparen sie
  • Es gibt zahlreiche Anlagemöglichkeiten, die zum Ansparen verwendet werden können: Anleihen, Aktien, Immobilien, ... Geld ist lediglich eine davon.

Viele dieser Anlagemöglichkeiten haben deutliche Vorteile gegenüber Geld – sie bieten zusätzlichen Nutzen wie Zinsen oder Unterkunft. Geld dagegen kann durch Inflation an Wert verlieren. Warum also sparen Menschen dann zuerst in Form von Geld? Die Antwort auf diese Frage ist „Liquidität“. Geld ist die am meisten liquide Form der Anlage – es kann leicht und relativ schnell in etwas anderes umgewandelt werden.


Die Münzen und Banknoten in Österreich

In Österreich und elf weiteren EU-Mitgliedsstaaten wurde Anfang 2002 der Euro als Bargeld eingeführt und ersetzte nach und nach die nationale Währung des Schilling. Mittlerweile besteht der Euroraum aus 16 Mitgliedsstaaten. Informationen zu den Banknoten und Münzen des Euroraums finden Sie:


Geld im internationalen Zusammenhang

Die Bedeutung von Devisen

Beinahe jedes Land hat seine eigene nationale Währung, um Zahlungen innerhalb seiner eigenen Grenzen zu leisten oder zu erhalten. Für Zahlungen über nationale Grenzen hinweg sind üblicherweise ausländische Währungen notwendig. Um finanzielle Handelsgeschäfte mit Personen in anderen Ländern zu ermöglichen, ist ein Mechanismus notwendig, der den Zugang zu fremder Währung ermöglicht. Es besteht also ein Bedarf nach dem Austausch von einer Währung gegen eine andere (Devisen-Geschäften).

„Devisen“ bedeutet die Angabe von Geld in der Währung eines anderen Landes. Jede Person, die Geld der eigenen Währung in ausländische Währung umtauschen möchte, erwirbt Devisen.

Wechselkurse

Wechselkurse drücken aus, wie viele Einheiten einer ausländischen Währung einer Einheit der heimischen Währung entsprechen. Zum Beispiel: 1 EUR = 1,3449 USD oder 1 EUR = 0,90447 GBP.

Foto: aboutpixel.de - Sven Schneider Wertverlust bedeutet einen Verminderung des Wertes einer Währung verglichen mit der Währung eines anderen Landes. Eine entwertete Währung ist weniger wert (weniger teuer) und kann daher nur mehr gegen einen kleineren Betrag der fremden Währung eingetauscht werden. Es kann also mit dem gleichen Betrag weniger fremde Währung gekauft werden.

Wenn sich der Wechselkurs 1 USD/1 EUR auf 1,20 USD/1 EUR verändert so bedeutet das, dass der Dollar im Vergleich zum Euro an Wert verloren hat. Man braucht nun 1,20 USD um einen Euro zu kaufen – der Dollar ist also weniger wert. In diesem Fall hat der Euro im Vergleich zum Dollar an Wert gewonnen und ist nun mehr wert.


Aktuelle Entwicklungen

Foto: aboutpixel.de - Birthe Gerlach Aufgrund der Entwicklungen 2008/09 werden zunehmend kritische Stimmen zur Natur des Geldes und seiner Bedeutung in unserer Gesellschaft laut. So sieht der österreichische Ökonom Stephan Schulmeister die Rolle des Geldes in den vergangenen 30 Jahren immer mehr „als Mittel zum Selbstzweck der Vermehrung von Finanzkapital durch Spekulationen und Finanzinvestitionen.“ Der Soziologe Prof. Deutschmann vertritt die These, „dass Geld in der heutigen Gesellschaft die Funktion einer Religion übernommen hat – einer Religion freilich, die nicht als solche in Erscheinung tritt, sondern sich hinter der Maske harmloser ‚Ökonomie’ verbirgt.“

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Vortrag Liessmann
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Votragsthesen

Das 12. Philosophicum Lech 2008 hat sich intensiv unter dem Titel „Geld. Was die Welt im Innersten zusammenhält?“ mit dem Thema beschäftigt. Mehr finden Sie in den angefügten pdf-Dateien der Tagung bzw. unter dem Link des Philosophicum


Links zu Finanzdienstleistungen (Modul 2)

Links

Themen-Schwerpunkt Geld

Literaturtipps:

  • Dickau, Gabi: Das Geldbuch – vom Verdienen, Sparen und Ausgeben (Broschüre). Mohndruck 2002 (ASIN: B001CTAY1S)
  • von Petersdorff, Winand: Das Geld reicht nie – Warum T-Shirts billig, Handys umsonst und Popstars reich sind. Frankfurter Allgemeine Buch 2007. (ISBN-10: 389981150X/ISBN-13: 978-3899811506)
  • Was ist was – Geld (Band 78). Tessloff Verlag 2002. (ISBN-10: 3788604182/ISBN-13: 978-3788604189)
  • Beling, Jan: Vom Geld. Kosmos-Uni für Kinder. Kosmos 2005. (ISBN-10: 344010186X/ISBN-13: 978-3440101865)
  • Weinhold, Angela: Unser Geld (Wieso? Weshalb? Warum?). Ravensburger Buchverlag 2008 (ISBN-10: 347333264X/ISBN-13: 978-3473332649

Verweise auf andere Merkblätter:

Inflation | Haushaltsplanung | Risiko


Glossar:

OeNB | EZB | Devisen | Inflation | Wechselkurs | Eurosystem | Inflationsrate | Transaktionskosten | Wertschöpfung | Liquidität | Inflation | Euroraum | Euro


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Geld (pdf-Version)

(Stand 02/2009)

 
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