Der Begriff „Islamic Banking“ (oder auch "Islamisches Bankwesen") beschreibt den Versuch, Bankgeschäfte in Übereinstimmung mit den religiösen Regeln des Islam und der Scharia zu gestalten.
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In österreichischen Schulen sind Lehrer/innen vermehrt mit Kindern und Jugendlichen aus den unterschiedlichsten Kulturen konfrontiert. Die Herkunftskulturen haben auch Einfluss auf das Grundverständnis von Geld und Finanzen. Spezielle Regeln gibt z.B. Muslimen die Scharia (islamisches Gesetz) vor. Zwar ist Islamic Banking noch relativ jung (Mitte der 1970er wurde die erste moderne islamische Bank gegründet), doch gelten viele der ihm zugrunde liegenden Regeln schon seit Jahrhunderten.
Wollen streng religiöse Muslime Geld veranlagen oder brauchen sie eine Finanzierung, so haben sie im Bankgeschäft westlicher Prägung schnell ein Problem: die konventionellen Instrumente sind ihnen zum Teil verboten. Etliche gebräuchliche Transaktionen, wie etwa Kredite, entsprechen nicht der islamischen Glaubens- und Rechtslehre (Scharia). So gibt es zahlreiche Einschränkungen im glaubenskonformen Bankgeschäft für Muslime.
Über diese grundsätzlichen Verbote hinaus sind auch soziale und ethische Ausschlusskriterien (Haram) zu beachten. So sind Investitionen in Alkoholherstellung und –vertrieb, Prostitution, Pornografie und die Verarbeitung von Schweinefleisch und der Handel damit verboten. Dies geht so weit, dass z.B. auch Beteiligungen an Hotelgesellschaften oder Fluglinien verboten sind, in deren Häusern bzw. Flugzeugen alkoholhaltige Getränke ausgeschenkt werden.
Um die Übereinstimmung eines Bankproduktes oder Finanzgeschäfts mit der Scharia festzustellen, unterhalten islamisch ausgerichtete Banken eigene Gremien, die so genannten Scharia-Beiräte (Englisch: "Sharia Boards"), in denen angesehene Islam-Gelehrte mit Finanzmarkt-Kenntnissen die vorgelegten Produkte absegnen oder beeinspruchen.
Zwar spielt Islamic Banking derzeit in Österreich eine geringe Rolle, doch ist davon auszugehen, dass aufgrund der potenziellen Größe der Zielgruppe (derzeit leben etwa 400.000 Muslime in Österreich, etwa 14 Millionen in der EU) Banken nicht auf diesen Kundenkreis verzichten möchten. So bieten einige Banken in Österreich bereits maßgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen für ethnische Minderheiten (u.a. auch Muslime) an. Voraussetzung für einige Produkte im Bereich des Islamic Banking wäre aber eine Änderung gesetzlicher Rahmenbedingungen. In diesem Bereich hat Großbritannien die Vorreiterrolle in der EU, wo 2004 die erste islamische Bank ihre Pforten öffnete. Weltweit gibt es heute rund 270 islamische Banken in 75 Ländern.
Links
Informationen zu Grundlagen und Geschichte des Islamic Banking
Islamic Banking in Österreich
Literaturtipps
Verweise auf andere Merbklätter
Bankgeschäfte | Investment Funds | Social Finance
Glossar
Islamic Banking | Riba | Sharia-Board | Ethno-Banking
(Stand 05/2009)