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Finanzielle Allgemeinbildung

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Risikomanagement

Risiko bedeutet die Unsicherheit über den Ausgang einer Handlung oder Situation. Menschen reagieren ihrem Charakter entsprechend unterschiedlich in unsicheren Situationen. Finanzielles Risiko kann man verringern, indem man verantwortungsvoll und bewusst handelt, sich versichert und für schlechte Zeiten vorsorgt.


Risiko

Dieses Merkblatt gibt es auch als PDF-Datei

Risikobegriff

Üblicherweise sprechen wir von Risiko, wenn wir unsicher darüber sind, wie sich eine bestimmte Situation entwickeln wird:

  • Werde ich hohen Profit aus meiner Geldanlage erzielen?
  • Werde ich aufgrund der Wirtschaftskrise meine Ersparnisse verlieren?

Basierend auf der Wahrscheinlichkeit unterschiedlicher Folgen fällt jeder Mensch unterschiedliche Entscheidungen.

Manche Situationen sind eher voraussehbar. In diesen Fällen kann Risiko daher vermieden werden:

  • Sie wissen, dass Ihre Bank neu auf dem Markt ist und dass sie ihr freies Kapital in schwankende Märkte investiert. Obwohl sie Ihnen hohe Profite verspricht, werden Sie wahrscheinlich nicht all Ihre Ersparnisse auf ein Konto bei dieser Bank legen. Sie sagen voraus, dass diese Bank aufgrund ihrer unsicheren Anlagen vielleicht bankrott gehen könnte und wollen daher nicht riskieren, all Ihr Geld zu verlieren.

Andere Situationen sind unvorhersehbar und man kann nur versuchen, die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass unerwünschte Konsequenzen eintreten:

  • Sie investieren einen großen Betrag Ihrer Ersparnisse in einem sehr konservativen Anlagefonds bei einer sehr stabilen Bank, die Niederlassungen in der ganzen EU hat. Eine unerwartete/unvorhersehbare Situation tritt ein, als die Bank Fehlinvestitionen tätigt die den Cash-flow der Bank heftig beeinflussen. In diesem Jahr werden Sie keine Gewinnanteile erhalten.

Verhalten bei Unsicherheit

In der Wirtschaftstheorie kennt man drei unterschiedliche Persönlichkeitstypen im Zusammenhang mit ihrem jeweiligen Verhalten in Risikosituationen:

Foto: aboutpixel.de - Uwe Dreßler

  • Risikoavers oder risikoscheu: Der risikoscheue Entscheider bevorzugt die Alternative mit dem geringsten Risiko, um einen möglichst sicheren Gewinn zu erzielen, auch wenn dieser klein ausfällt.
  • Risikoneutral: Der risikoneutrale Entscheider ist bezüglich des Risikos indifferent. Es handelt sich um Personen, die manchmal Risiko in Kauf nehmen, vor allem dann, wenn die Chance auf Gewinn wenigstens 50 % beträgt.
  • Risikofreudig: Der risikofreudige Entscheider bevorzugt einen möglichst hohen Gewinn, auch wenn unsicher ist, ob er ihn bekommt und nimmt dafür die Gefahr eines Verlustes in Kauf.

Gefahrenquellen

Wir begegnen Risiken in allen Bereichen der Finanzwelt – vom täglichen Umgang mit Geld, über das Bezahlen auf verschiedenste Arten, Sparen und Anlegen bis hin zum Leihen von Geld. Der Bereich der Versicherungen ist wahrscheinlich der, in dem das Thema Risiko die bedeutendste Rolle spielt – aber nicht der einzige.

Finanzielle Risiken haben verschiedene Quellen:

  • Risiko das im eigenen Verhalten liegt
  • Risiko von Diebstahl, Verlust oder Beschädigung von persönlichem Besitz
  • Risiko von Krankheit, Verletzung oder Unfall
  • Risiko von Veränderungen in der Lebenssituation – Arbeitslosigkeit, Pensionierung, Verlust des Partners
  • Risiko von Haftungen für Schäden gegenüber Dritten Personen
  • Risiko des Missbrauchs persönlicher Daten
  • Risiko bei Zahlungen (im Internet, mit Kreditkarte)
  • Risiko bei der Übernahme von Bürgschaften
  • Risiko im Zusammenhang mit Sparen und Anlegen

Wie kann man Risiken minimieren?

  • Indem man bewusst und verantwortungsvoll handelt
    • fundierte Entscheidungen treffen, Angebote vergleichen
    • Angebote, Verträge, Mitteilungen der Bank, ... aufmerksam lesen
    • Ersparnisse und Anlagen streuen – indem man Geld in verschiedene Investmentprodukte verteilt, kann man sicher gehen, nicht alles auf einmal zu verlieren
    • bei Geschäften im Ausland sich immer mit den lokalen rechtlichen Voraussetzungen und der Sprache vertraut machen
    • usw.
  • durch Versicherungen (siehe Merkblatt „Versicherung“ für weitere Informationen)
  • durch Sparen für Notzeiten: man weiß z.B. nie, wann die Waschmaschine ihren Geist aufgibt. Einen Notgroschen für den Fall der Fälle zu haben ist praktisch und erspart sonst evtl. nötige teure Finanzierungsformen oder längere Wartezeiten bis zur Neuanschaffung.

Geldanlage und Risiko

Jeder der Geld sparen oder anlegen möchte, sollte sich der drei Dimensionen der Geldanlage ( „goldenes Dreieck der Geldanlage“) bewusst sein und sich folgende Fragen stellen:

Anlagedreieck

  • Möchte ich hohe Gewinne erzielen?
  • Wenn ja: bin ich dazu bereit, ein hohes Risiko von Verlust und niedriger Liquidität einzugehen, oder
  • bevorzuge ich weniger Gewinn und einen ruhigen Schlaf?

Links zu Finanzdienstleistungen (Modul 2)

Links:

weiterführende Literatur:

  • Paschke, Dennis: Grundlagen der Volkswirtschaftslehre – anschaulich dargestellt. Pd-Verlag 2007. (ISBN-10: 3867074755 ISBN-13: 978-3867074759)
  • Erben, R.; Romeike, F.: Allein auf stürmischer See: Risikomanagement für Einsteiger. Wiley-VCH 2006. (ISBN-10: 3527502645/ISBN-13: 978-3527502646)
  • Wefing, Sabina: Der kleine Finanzcoach – Es ist nie zu früh. Thiemo Graf Verlag 2006. (ISBN-10: 3-9809950-7-0/ISBN-13: 978-3-9809950-7-8)
  • Emilian, C.; Schweitzer, A.: Nie mehr pleite – Wie man seine Geldsorgen loswird. Thienemann Verlag 2002. (ISBN: 3522175042)

Verweise auf andere Merkblätter:

Inflation | Versicherungen | Investment Funds | Haushaltsplanung


Glossar:

WahrscheinlichkeitRisikoLiquiditätCash flow


PDF - 87.7 kB

(Stand 02/2009)

 
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